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Bärweiler seit dem Mittelalter


13. - 15. Jahrhundert

Am 14. März 1283 nahmen die Wildgrafen Emich von der Kyrburg, der Vater von Konrad und Gottfried Raub, und Gottfried von Dhaun eine Teilung ihrer Güter in Flonheim, Monzingen, Hausen bei Rhaunen und anderen Orten vor. Genannt werden hierbei u. a. ein Hof zu Hausen und Besitzungen in den Dörfern "Buntenbach" (Bundenbach), Blickersaue und "Wapenroth" (Woppenroth).
Die auswärtigen Leute des Hofes in Hausen sollten durch die Straße geteilt werden, welche von Meisenheim zum Langenstein (bei Bärweiler), dann nach "Hostede" (Hochstädten) verlief und von dort über die Straße "Veldencia" (Veldenz) bis über "Runa" (Rhaunen) hinaus an der alten Mühle vorbei bis nach "Lauferswilre" (Laufersweiler) und "Enckerich" (Enkirch) führte.
Alle Leute, die östlich dieser Straße nach dem Rhein zu wohnten, sollten dem Wildgrafen Emich von Kyrburg, diejenigen aber, die westlich der Straße, den Wäldern zu, wohnten, Gottfried von Dhaun zufallen.

Am 6. Dezember 1363  wurde, in der ersten urkundliche Erwähnung des Dorfes Bärweilers, folgende Vereinbarung getroffen:
Wildgraf  Friedrich von Kyrburg sollte nach Ablauf von vier Jahren den Rittern Johann Fust, Lamprecht und Conrad, Gebrüder von Stromberg, diese ihm verkaufte Gülte gestatten. Sie war also mit Lehen zu Berwilre verbunden. Voraussetzung war, dass die genannten Personen ihm bis zu jenem Zeitpunkt 220 Turnosen (Silbergroschen) 'genug gethan' hätten. Falls diese nicht innerhalb von vier Jahren die Korngülte ablösten, konnten dies Henrich, Rudwin, Ritter, und Siegfried, Gebrüder von Stromberg, oder deren Lehenserben oder die Herren Konrad und Emrich, Ritter, und Heinrich, Gebrüder von Mirksheim (Merxheim) tun.

Am 14. Februar 1375 verkaufte Thilman, Herr zu Heyntzenberg, dem Otto, Wildgrafen zu Kirburg, und Agnes, seiner Hausfrau, zahlreiche, namentlich aufgeführte Hörige in Lympach (Limbach), Berwilre, Leylbach (Löllbach), Schwinscheit, Seibach, Syende, Nieder-Meckenbach, Medersheym, Meckenbach, Oberhondsbach usw. Aus Bärweiler wird ein "Wilhelm von Berwilre" genannt.


 
Auch 1377  findet der Langenstein in dem Weistum der "Kirner Marktmeile" Erwähnung. Der betreffende Auszug des Weistums lautet:

"Dis ist die martmyle (= Marktmeile) und get an zu Oberhosenbach an dem cruze, und gein (= gegen) Wapenrot an den lichten bule, und vort gein Sessebach an die velse, von dort zu Viller an die Ruhe und vort gein Berwiller an den langen Stein, von dannen an Lympachs crutz und vort gein Perich an den hane..."

Das Weistum nennt hier nur die Hauptpunkte (Oberhausen, Woppenroth, Seesbach, Weiler bei Monzingen, Bärweiler, Limbach und "Perich" (?) der Grenzen eines Bezirkes, innerhalb dessen den Wildgrafen als Landesherrn die Hochgerichtsbarkeit über Räuber und Mörder, also der Blutbann, zustand.
Genauere Hinweise zum Ort Bärweiler finden sich allerdings erst im 14. Jahrhundert, wenngleich das Dorf, wie auch der Ortsname nahe legt, wesentlich älter sein dürfte. Bärweiler war eine Herrschaft, die als wildgräfliches Burgmannenlehen der Kyrburg Teil einer 'Ganerbenschaft' (= Miterbschaft) war. Unter den Ritterfamilien lassen sich u. a. urkundlich die Fauste von Stromberg und die von Merxheim nachweisen.


Am 19. April 1382 verkauften die Gebrüder Johann und Brenner von Stromberg ihren Anteil am Dorf, Gericht und Leuten zu 'Berwilre' mit seinem Zubehör, womit die Anrechte in Bärweiler schrittweise durch Kauf und Ledig werden an die Wildgrafen zurückfielen.
Nach dem alten Mannbuch in Coesfeld standen Lamprecht Fuste von Stromberg in Bärweiler 24 Malter Korngülte zu.

 

15. Jahrhundert

Am 26. Juli 1412 gab Johann Wildgraf zu Dunen (Dhaun) und zu Kirburg die Pfandschaft dem Rorich von Merxheim, um 100 Gulden (fl.) zu lösen. Ferner legte die Urkunde fest, dass das Recht der Wiederlösung für Brenner und den Wildgrafen Johann bestehe. Dieser hatte die Vorderhand. Die verpfändeten Güter waren also Lehen des Wildgrafen Johann von Dhaun.
Über drei Dörfer im Bezirk des Heidenweistums stand das landesherrliche "Dominium directum" ( Obereigentum des Lehnsherren) den Grafen von Veldenz seit alter Zeit zu: Hundsbach, Merzweiler und Nieder-Eisenbach.
Nach dem alten Veldenzer Mannbuch hatte Johann Boos von Waldeck am 11. Februar 1417 u. a. zu Lehen:
seinen Teil an Hundeszbach Gericht, Leuten, Zinsen (öffentlich-rechtliche Abgaben), Gülten (allgemeine Abgabe vornehmlich von Ernten) und was dazu gehörte sowie einen Teil an den Unterzügen (= Freizügigkeit) zu Huntsbach, Berwilre, Merxheim, Mederszheim, Langenhard (= Wüstung Langert bei Bärweiler).

Am 21. April 1422 erhielten Johann und Philipp Gebrüder Boos von Waldeck u.a. als Lehen wiederum Hondiszbach, das Dorf und Gericht, mit dazugehörigen Zugesleuten, Zinsen, Gülten und Unterzügen zu Hondiszbach, Berwilre usw.

Am 13. September 1426 kam es zu einem Vertrag zwischen Brenner von Stromberg über das Dorf und Gericht zu Berwilre mit Zubehör. Lamprecht Fust von Stromberg erhob am 13. Mai 1427 in Bärweiler als jährliches Kyrburger Lehen 24 Malter Korngülte.


Am 9. Februar 1432 erschien in einer weiteren Urkunde Hermann Boos von Waldeck. Er bewidmete seine Frau Schonette von Sien auf 10 Gulden (fl.) auf die Lehen, die er von Friedrich Graf zu Veldenz trug, u. a. in Hundsbach, zu 'Luschet' (Lauschied) und 'Berwiler'(Bärweiler) die Leute, die seinem Schultheißen Fogler befohlen waren.


Am 7. Juli 1434 wurde die Korngülte zu 24 Malter dem Johann Fuste und am 27. Dezember 1457 dem Lamprecht Fuste von Stromberg als Pfandlehen der Herrschaft Kyrburg verliehen.


Um 1460 wird Bärweiler im Gerichts- und Grenzweistum über das Heidengericht zu Sien oder das Landgericht in der "Winterhauch" erwähnt. Der auffällige Langenstein diente wiederum als Grenzmal. Noch heute befinden sich auf dem rückwärtigen Fels Grenzmarkierungen, wenn der Fels von Norden her über eine kleine natürliche Brücke bestiegen wird. Fälschlicherweise wurden diese Markierungen von 12 cm Durchmesser und 10 cm Tiefe als "Näpfe" gedeutet und mit einem Opferkult und ähnlichen Erscheinungen in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich hierbei um Grenzmarkierungen, die meistens im 13. und 14. Jahrhundert angebracht wurden. Sie bezeichneten im Hochmittelalter vor der Einführung des Kreuzes als Grenzzeichen den Grenzpunkt

 

16. Jahrhundert


Vor der Teilung von 1515 gehörte Bärweiler - wie auch Kirn, Sulzbach, Desloch, Nieder- und Oberhundsbach - zum wildgräflichen Amt Kyrburg.
Im 16. Jahrhundert stand der 'Zehnte' den Wild- und Rheingrafen zu. In der für diese Familie typischen Weise hatte die Wild- und Rheingräfin Anna von Kyrburg nach Aussage der Einnehmer der Türkensteuer von 1542 die Güter der Kirche ausgeliehen und nahm die Pacht selber ein. Sie besaß nach wohl auch den Kirchsatz. Vermutlich wurde auch der Geistliche an der genannten Kapelle (1507) bezahlt.


1515
zählte Bärweiler zum wild- und rheingräflichen Amt Kyrburg. In jenem Jahr kam es zu einer Teilung der wild- und rheingräflichen Ländereien zwischen den Wild- und Rheingrafen Philipp (von Dhaun) und Johann VII. (von Kyrburg), beides Söhne des Wild- und Rheingrafen Johann VI., die im Jahre 1499 die Nachfolge ihres Vaters angetreten hatten.

Überliefert ist aus jener Zeit auch ein Auszug des "Berwyler Kirberger ampts wystum" (= Weistum):
"Scholtes und scheffen doselbst wyßen und herkennen u.(unseren) gn.(ädigen) h.(erren) die Ringrafen wilcher Kirberg inhait, vor obergeriechtshern uf der syten nach der kirchen zu und uf der syten do auch die kirch uf stete; die ander syten setzen sie uf die lehenbrief, so die Fust haben, dieselbigen zu besiechten, ob sie der syten geriechtshern sint oder nit, menlichem sins rechten unverlustig. Ir wystum ist gar irrig, deshalb nit dann wie itz (-jetzt) gehort ufgeschr.
Fron wißen sie denen die uf u. gn. h. syten zum jar eyn mail ghen Kyrberg und pacht und frucht auch schuldig dar zu foren."


Aus diesem Weistum ergibt sich, daß auch im 16. Jahrhundert außer den Wild-und Rheingrafen (Kyrburg) noch die Fuste von Stromberg Anrechte im Dorf besaßen. Entsprechend war der Ort nicht nur in seiner Zugehörigkeit zweigeteilt. Auch die Abgaben wurden entsprechend aufgeteilt.
Die damalige Kirche (heute: evangelische Kirche) diente bei der Unterteilung des Dorfes in die betreffenden Zugehörigkeiten als Orientierungspunkt. Nach dem Aussterben der Familie von Merxheim (1440) erhoben die Fuste Anspruch auf die Nachfolge in der 'Ganerbenschaft' (= Miterbschaft). Zwischen den Fusten von Stromberg und den Wildgrafen kam es diesbezüglich zum Streit, der 1508 noch nicht beseitigt war.

Erst 1556 lösten die Nachkommen der genannten Parteien die Rente von 24 Maller Korn ein. Die Streitigkeiten der beiden Parteien setzten sich noch bis 1581 fort.

Eine Urkunde vom 13. Juli 1581 nennt hier den Philipp Reichardt Fust von Slromberg als "Gewalthaber seines Vettern Paulus Fusten von Strombergh von des ganzen Stammes Vergleichs über das Mannlehen zu Berweiler".
Im Jahre 1589 erfolgte eine Grenzbegehung zwischen Bärweiler und Meddersheim, die bei einem späteren Gemarkungsstreit zwischen beiden Gemeinden u. a. auch zitiert wurde. Im Stadtarchiv Kirn liegen Auszüge über die Abgaben von 1589 bis 1606 vor, die das Dorf Bärweiler jährlich an die Rentmeisterei in Kyrburg entrichtete.

17. Jahrhundert

Wählend der Reformation wurde die Kirche in Bärweiler zur Pfarrkirche erhoben. 1605 versuchte der damalige Pfarrer Melchior Beerwein vergeblich, wieder in den Gebrauch der Wittumsgüter (s. Erklärungen) und des Kirchhofes zu kommen.
Aus der Zeit des 30jährigen Krieges (1618 - 1648) ist für Bärweiler wenig überliefert. Doch zog dieser verheerende Krieg in unmittelbarer Umgebung mit all seiner Wucht und seinem Schrecken über das Land hinweg.


1620
nahmen die spanischen Truppen nach Kreuznach, Simmern und Böckelheim auch Sobernheim ein. Von 1631 bis 1632
"befreiten" die Schweden den Naheraum. Auch 1639 durchzogen schwedische Truppen wieder das Land, 1641 nochmals die Spanier und 1644 die Franzosen. Die alte Straße von Mainz über Tholey nach Metz berührte in im mittelbarer Umgebung die Bärweilerer Gemarkung.
Aus einer Akte im Landeshauptarchiv zu Koblenz geht hervor, daß sich auf dem heute teilweise zur Bärweilerer Gemarkung gehörenden Schwarzenberg in jener Zeit eine verlustreiche Schlacht abgespielt haben muß, wenngleich eine genauere Jahreszahl nicht mitgeteilt wird. Es heißt dazu:

"...ist zu erweißen, daß in dem 30jährigen Krieg eine Schlacht zwischen dem schwädischen und gegentheiligen Völkern auff dem Schwartzenberg gehalten worden, wobey viel volck geblieben welches auff befehl gndl. Herrschaft von den Meddersheimer und Kirschröthern begraben werden müßen..."


18. Jahrhundert


Am 17. Dezember 1709 verpachtete "Carl Wildgral' zu Dhaun Kirburg Rheingraf zum Stein, Graf zu Salm, Herr zu Vinstingen und Püttlingen" dem Johann Michel Hoffmann, dem Lauschieder Schultheiß, sein auf Bärweilerer Gemarkung befindliches Hofgut auf 18 Jahre. Diese Verpachtung galt nicht nur für Hoffmann, sondern in seinem Todesfall auch für seine Ehefrau und seine Erben. Jener Vertrag sollte im Jahre 1728 auslaufen.
Ferner wurde festgelegt, daß Johann Nickel Hofmann dafür an den Wildgraf

"jedes Jahr umb Martini davon uns entrichtet an Pfacht neun Mltr. (= Malter) halb Korn und halb habern in hiesiger Maß".

Anfangs des 18. Jahrhunderts ereilte das Dorf innerhalb kürzester Zeit zweimal ein schweres Los:
1710 und 1719 brannte ein Großteil des Ortes ab. Pfarrer Webner hat in seiner Kirchenchronik hierüber festgehalten:
"Brand 1710"

"Es erinnern sich noch mehrere Greise von ihrer Eltern gehört zu haben, daß hiesiges Dorf zweymal abgebrannt sey, worüber die Bestätigung in dem Kirchenbuch der evangelischen Gemeinde 1711 - 1754 welches auf der Oberschultheißerey zu Merxheim deponiert ist, gefunden wird. ... Es geht die Sage, damals seye das ganze Dorf abgebrannt, daß wenigstens die Pfarrwohnung darunter war, geht daraus hervor, daß der Pfarrer von Abtweiler ad Interim den Gottesdienst zu versehen hatte, daß aber auch die Kirche abgebrannt war, darüber gibt jenes Kirchenbuch ebenfalls Zeugniß im Copulationsregister wo es heißt:
Ao. 1714 30ten October Johann Adam Greulach ... in der eingeäscherten Kirche copuliert...
"

Wenig später schreibt Webner zum Brand von 1719:

"Der 2te Brand wodurch Berweiler heimgesucht wurde, brach Ao. 1719 14. Mai auf Sonntag Rogate gleich nach dem Gottesdienst gegen neun Uhr des Morgens aus.
Die Kirche war also wieder aufgebaut, wahrscheinlich im Jahr 1715 oder 1716, weil man eine Bemerkung über die eingeäscherte Kirche später nicht mehr findet. Innerhalb drei Stunden brannten 19 Häuser ab, auf der linken Seite, wenn man das Dorf heruntergeht.
In dem obersten Haus, wo gegenwärtig Jacob Hofmann wohnt, kam dabei der Eigentümer Philipp Schnell nebst seiner Frau und seinem Sohm von 14 Jahren ums Leben. Sie wurden im Keller erstickt gefunden. Durch diese Unglücksfälle wurde die Gemeinde sehr zerrüttet. Zur Wiedererbauung der Häuser wurden die Waldungen zusammengehauen, und von vielen bedeutende Schulden gemacht, die Kinder und Enkel erbten. Sogar Obstbäume wurden abgehauen, um daraus Bauholz zu gewinnen".


1745 ergeben eine Akte im Schloß Anholt vom 28. Februar und eine am 24. März gleichen Jahres in Dhaun niedergeschriebene Urkunde, daß Christian Otto, Wildgraf zu Dhaun und Kyrburg, Rheingraf zum Stein, Graf zu Salm, Herr von Vinstingen, Püttlingen und Dimmeringen u. a. das heimgefallene faustsche Lehen zu Beerweiler neben anderen zahlreichen Anrechten an Zehnt und Kirchensatz in anderen Orten zugefallen waren.

1750
starb die jüngere Linie Dhaun aus. Im wild- und rheingräflichen Gebiet gewann die katholische Linie Salm-Kyrburg immer größeren Einfluß. Fürst Johann Dominik übernahm die Regierung. Wie kein anderer Wild- und Rheingraf' sorgte er für das Wohl seiner Untertanen und für die Hebung der Volksbildung. Nicht nur in Kirn ließ er zahlreiche Gebäude errichten und unterhalten (z. B. Piaristenkloster und Collegium). Auch in den Dörfern seines Oberamtes entstanden durch seine Initiative zahlreiche Kirchen und Schulen. In Bärweiler wurden damals die katholische Kirche errichtet und eine katholische Schule ins Leben gerufen.

Bis zur französischen Okkupation des linksrheinischen Gebietes gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Bärweiler den Wild- und Rheingrafen zu Kyrburg an. Diese Fürstenherrschaft endete im Jahr 1792 durch die Eroberung des Nahegebiets seitens französischer Revolutionstruppen. Bis zum Oktober des Jahres 1795 wurde der gesamte linksrheinische Raum vereinnahmt und zu Frankreich eingenommen. Im Zuge dieser Einnahme wurde der Kanton Meisenheim geschaffen, dem auch Bärweiler zugehörte. 

 

19. Jahrhundert

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft eingeleitet durch die Völkerschlacht bei Leipzig (16. bis 18. Oktober 1813), nahmen Preußen das Gebiet südlich der Nahe ein. Nach dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 wurde die Region zwischen Rhein und Mosel und der französischen Grenze, also einschließlich Bärweiler, vom Kaiser von Österreich und vom König von Bayern gemeinsam verwaltet. Nach nur zwei Jahren traten die Herrscher den Kanton Meisenheim an den Landgrafen von Hessen-Homburg ab.

Im späten 19. Jahrhundert erlebte Bärweiler mehrfach eine Änderung seiner verwaltungsmäßigen Zugehörigkeit.

Ab dem Jahre 1869 zählte die Gemeinde zum Landkreis Meisenheim, nachdem es zuvor 1816 dem Hessen-Homburgischen Oberamt Meisenheim zugehörte, um 1866 der Preußischen Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz beizutreten.

An der beginnenden Industrialisierung gegen Ende des 19. Jahrhunderts nahm Bärweiler selbst keinen Anteil, da auch schon damals eine gute Verkehrsanbindung zum Nahetal fehlte. Es blieb eine rein agrarische Gemeinde.

 

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) wurden sämtliche männlichen kriegsfähigen Bewohner einberufen. Ein Denkmal im Dorf weist auf, dass zwölf Kriegsteilnehmer dem Ersten Weltkrieg zum Opfer fielen.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges bedeutete auch im Gemeindeleben von Bärweiler einen tiefen Einschnitt. Der damalige Gemeindevorsteher Philipp Karl Hofmann stellte eine Kriegschronik der Dorfgemeinde Bärweiler zusammen. Leider reichen seine Eintragungen nur vom Kriegsbeginn bis November 1917. Bei seinen Aufzeichnungen hat er nicht nur die wirtschaftlichen, sondern auch die sozialen Auswirkungen des Krieges erfaßt.
Zum Ausbruch des Krieges schreibt er:

"Als am 2. August 1914 die Mobilmachung auch in unserem Orte telephonisch bekannt wurde, war eine Folge von Begeisterung unter den Ortseingesessenen, daß alle Heeresangehörigen mutig zu den Fahnen eilten. Es ergaben sich bei den Behörden solche Schwierigkeiten, daß sie Tag und Nacht und nur mit Mühe erledigt werden konnten".

Ganz anders klingt dagegen vom gleichen Verfasser folgende Textstlelle:

"Schwere Zeiten. Als... in den letzten Julitagen 1914 der Kriegszustand... über Deutschland verhängt wurde... Durch die telephonische Nachricht gerieten auch unsere Ortseingesessenen in Schrecken und großes Aufsehen ... Die Leute waren auf dem Felde bei dem Kornschneiden als plötzlich die überraschende Nachricht kam und alle mitten tiefbewegt nach Hause eilten, sammelten sich auf den Straßen und klagten sich gegenseitig, was wird uns die Zukunft noch bringen. Als kurz darauf am 2. August der unvergeßliche Tag, der erste Mobilmachungstag, telegraphisch die Nachricht kam, daß unser Vaterland ringsum bedroht ist von einer Welle von Feinden. Gott der Herr wird uns doch schwere Zeiten, zum Sieg hindurchführen, und unserem Vaterlande den goldenen Frieden wieder bescheren".


Der Minister des Innern erließ einen Aufruf an die ländliche Bevölkerung, soweit möglich Kinder aus Groß- und Industriestädten aufzunehmen. Allein 1917 wurden in Bärweiler zwölf, 1918 fünf Großstadtkinder untergebracht. In der gesamten Bürgermeisterei Meddersheim waren es nach einer Angabe des Bürgermeisters Weyrauch 1917- 15 Kinder, 1918-58 Kinder.
Er schrieb dazu:

"Die Kinder sahen bei ihrem Eintreffen sehr elend, blaß und abgemagert aus... Jedenfalls ist den Stadtkindern der Aufenthalt sehr gut bekommen, denn munter und gestärkt konnten sie nach einigen Wochen wieder in ihre Heimat ziehen".

Gegen Kriegsende gab es in Bärweiler wie auch in den Nachbarorten zahlreiche Einquartierungen von zurückweichenden deutschen Truppenteilen.
Dieser erste moderne Krieg des 20. Jahrhunderts forderte auch in Bärweiler seinen Tribut. Der von 1914 bis 1917 geführten Kriegschronik ist zu entnehmen, daß bis zu jenem Zeitpunkt zwar acht Kriegsteilnehmer das Eiserne Kreuz erhielten, doch ebenso viele Gefallene und elf Verwundete zu verzeichnen waren. Insgesamt fielen zwölf Kriegsteilnehmer dem Ersten Weltkrieg zum Opfer.


Weimarer Republik


Die Weimarer Republik erlebte im linksrheinischen Gebiet zwölf Jahre mit französischer Besatzung.
Im Juni 1920 wurde bei Merxheim ein Schießplatz ("Champ de Tir de Kirn") eingerichtet. Zwischen dem 5. und 11. Juli fanden in der Gegend zwischen Merxheim, Meckenbach, Krebsweiler, Heimbach, Limbach, Kirschroth, Meddersheim und dem Naheufer von Merxheim bis Sobernheim Artillerieschießübungen statt. Die Gemarkung der Gemeinde Bärweiler grenzte südöstlich an das Sperrgebiet. Bärweiler war zumindest in der Anfangszeit stärker von dem Schießplatz betroffen.
In der Zeit vom 21. bis 27. August 1920 veranstaltete die französische Artillerie auf dem Truppenübungsplatz erneut Scharfschießübungen. Auch ein Teil der Bärweilerer Gemarkung lag in der Gefahrenzone. Etwa 60 Hektar der Gemarkung waren hiervon berührt.
Im September 1920 sollten 12 ha innerhalb dieser Gefahrenzone auf Bärweilerer Gewann mit Wintergetreide und 10 ha mit Kartoffeln bepflanzt werden. Nach einer Verordnung des Generals der französischen Rheinarmee erfolgten jene Schießübungen sonntags, montags und freitags von bis 12 Uhr. Während der übrigen Tageszeiten konnten die Landwirte in den betroffenen Flurteilen ihrer Feldarbeil nachgehen.
Der nahe Schießplatz Merxheim berührte auch sonst das Gemeindeleben von Bärweiler recht wenig. Die meisten Nachbarorte mußten dagegen von 1919 bis 1920 und in späteren Jahren bei Truppenübungen eine Vielzahl von Besatzungssoldaten einquartieren.

In den 20er Jahren gab es als Kommunikationsmöglichkeiten nicht nur die Vereine, sondern als Versammlungslokale ein bis zwei Gaststätten. Erst 1928/29 wurde die erste "Kerb" nach Kriegsende im Dorf gefeiert.
Im Gegensatz zu den Großstädten zeigten sich in Bärweiler in den 20er Jahren keine direkten Auswirkungen der sich abzeichnenden hohen Arbeitslosigkeit. Viele Familienmitglieder konnten in der Land- und Forstwirtschaft (z. B. beim Lohen) ein bescheidenes Auskommen finden. Viele Frauen und Mädchen aus Bärweiler, Hundsbach, Lauschied und anderen Orten lebten "in den kümmerlichsten Verhältnissen". Auch den Gelatinewerken Ewald fehlte es an Arbeitskräften.


Die Zeit des Nationalsozialismus

Wie andernorts wurde unmittelbar nach der Machtergreifung in Bärweiler eine "Hitler-Eiche" gepflanzt. Sie stand nahe dem heutigen Kriegerdenkmal. Die Gleichschaltungen des NS-Regimes setzten unmittelbar nach der Machtergreifung ein und verschonten auch in der kleinsten Gemeinde das Vereinsleben nicht. Der Kriegerverein richtete zwar nach wie vor Gedenkfeiern für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus. Auch beteiligten sich Kirche und Gesangverein an diesen Aktivitäten. Wie andernorts unterwarf sich der Kriegerverein schon früh der nationalsozialistischen Ideologie:

"Der Kriegerverein hat im Frühjahr des Jahres 1933 an den Feiern der Nationalen Erhebung unseres Volkes immer voll und ganz teilgenommen".

Die Jugend - ein wichtiger Faktor nationalsozialistischer Machtpolitik - wurde von Anfang an auch in Bärweiler einbezogen. Mitgliedschaften der Jugendlichen in Vereinen und anderen Organisationen hatten damit faktisch aufgehört zu bestehen. Es wurden genaue Akten angelegt, wer zu welchem Zeitpunkt den betreffenden Massenorganisationen des Dritten Reiches (z. B. Hitler-Jugend (HJ), Bund der deutschen Mädchen (BdM), Jungvolk (JV) usw.) beigetreten war.
Wenngleich am 1. September zunächst nur drei bis vier Mann in den Krieg zogen, so wurden doch später sämtliche wehrfähigen Männer erfaßt. 68 Bärweiler Einwohner leisteten Kriegsdienst. Dies bedeutet, daß fast aus jedem Haus mindestens ein Kriegsteilnehmer zu verzeichnen war.
Bereits im Frühjahr 1940 gingen erstmals Bomben über der Gemarkung nieder, darunter eine Spreng- und mehrere Brandbomben. Sie richteten im Ort keinerlei Schäden an, wenngleich die Krater noch lange nach dem Krieg sichtbar waren. Von den Bombenangriffen der Alliierten mit Fortgang des Krieges blieb Bärweiler weitgehend verschont.

Hart waren die Folgen des Krieges: Von 74 Kriegsteilnehmern kehrten 17 nicht mehr zurück; von acht Soldaten ist bis auf den heutigen Tag das Schicksal ungekärt. Aus einer Familie fielen drei Söhne, von mehreren anderen waren jeweils zwei Tote zu beklagen.
Der letzte Kriegsteilnehmer kehrte erst am 7. Dezember 1949 aus Rußland zurück.
Die Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfs war schlechter als im Krieg. Rationierungen waren weiterhin die Regel. Bis Anfang 1948 blieben die schon im Krieg verwendeten Lebensmittelkarten im Umlauf.


Nachkriegszeit

Nach der Währungsreform (1948) begann sich wie überall das Leben in der Gemeinde zu normalisieren. 1949 fand erstmals wieder eine Kirmes statt. Ein Jahr später wurde der Turnverein wieder gegründet. Da der Verein über keine Geräte verfügte, führte er zweimal im Winter Theaterstücke auf ((v.l.n.r.) Irene Hahn, Walter Köhler und Erich Maurer
(Foto:Irene Hahn)). Der Eintritt kostete 1 DM je Besucher und diente zur Anschaffung neuer Turngeräte.
Der erste Bürgermeister nach dem Kriege war der auf Gemeindebeschluß gewählte Willi Kistner. Er blieb noch drei Jahre im Amte.
1950 zählte der Ort 420 Einwohner - die höchste Einwohnerzahl des 20. Jahrhunderts. Diese Zahl ist darauf zurückzuführen, daß sich zwölf Heimatvertriebene und Flüchtlinge darunter befanden. Auch Bombengeschädigte aus den Großstädten fanden vorübergehend in Bärweiler eine Unterkunft. Ein Großteil dieser Zuwanderer kehrte nach Wiederherstellung ihrer Wohnungen an neue Arbeitsplätze in ihren angestammten Städten zurück. Von den Heimatvertriebenen blieben nur einige wenige in Bärweiler oder den angrenzenden Orten wohnen.

....wird fortgesetzt

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